CLAUDIA NEBEL

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Granada (Nicaragua) im Juni 2008


Der Duft der Erinnerung.


Es sind die kleinen Dinge, die die Erinnerung groß machen. Der Schlüssel, der verloren gedacht das temporäre Zuhause öffnet und eine Gefühlswelt der Ambivalenzen erlebbar macht. Scheinbar Vertrautes schwindet und das Ungekannte wird zur lieb gewonnenen Konstante. So ist es der ständig wiederkehrende Regen, der die Seele angenehm warm hält, verbunden mit dem völlig klaren Blick der Jahreszeit, eingebettet in den ständigen Sound der Kirchen. Gesänge, lustvoll bis ekstatisch, befremdlich und bald darauf einladend hinzugehen, mitzusingen, zaghaft, aber dennoch im vollen Bewusstsein nicht Eindringling zu sein. Musik, rhythmisch, laut und frei begleitet von Märschen draußen vor den Türen. Eine kleine Parade oder ihre Probe erhält fast täglich ihre Berechtigung und wird von mir als sympathischer Taktgeber überaus lieb gewonnen. Selbst die Tiere scheinen das Szenario mit ihren Lauten zu stützen und zu verfeinern. Prasselt der Regen besonders laut auf die Dächer, stehen die niemals mit Regenschirm anzutreffenden Männer in den Hauseingängen und warten zeitlos in ihrem Tempo. Es geht ohnehin nie darum, jemanden warten zu lassen, im Fluss des Tages zu bleiben, das ist das Ziel.

NICARAGUA

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Eine Haltung, die mich immer wieder neu fasziniert und auch meine innere Uhr behutsam einstellt. Es ist ein vorsichtiges Fliessen, leicht, auch melancholisch, nie traurig. So wie die Kunststoffabdeckungen des Marktgeländes den Himmel zeigen, so deutlich fühlt sich die Transparenz meiner Sinne an. Ich lächle oft. Ich kenne die Wege nicht und versuche auch nicht Orientierungshilfen zu suchen. Mein Plan ist scheinbar planloses Gehen und möglichst ungefiltert wahrzunehmen. Stundenlang. Der kalte Fußboden in den alten Häusern kühlt dann meinen erhitzten Körper, das Muster der Fliesen streut Blumen der Heiterkeit und macht Lust auf dieser Wiese zu verweilen. In dieser Form der Entspannung bette ich meine Reflexionen. Ich fotografiere diese Muster. Später sind es die begehbaren Türme der Kirchen, die mein Begehren erfassen und deren hochgelegenen Plattformen mir Stützpunkte werden. Die Dichte der Strassen und Gassen bleibt auch hier erfassbar und kumuliert im Wunsch, mich dieser unablässig strömenden Energie fotografisch zu nähern. Es sind die Menschen von Nicaragua. Ich bin angekommen.


Claudia Nebel